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Deckensegel

Abgehaengte Akustik-Deckensegel unter einer Betondecke im Buero

Was ist ein Deckensegel?

Ein Deckensegel ist ein schallabsorbierendes Element, das mit Abstand frei unter der Decke abgehängt wird. Es nimmt Schall auf beiden Seiten auf, also von unten aus dem Raum und von oben nach der Reflexion an der Rohdecke. Deckensegel gehören zu den wirksamsten raumakustischen Maßnahmen, weil sie die größte unverstellte Fläche eines Raumes nutzen, ohne die Decke vollflächig zu verkleiden.

Der Begriff bezeichnet die Bauform, nicht das Material. Deckensegel bestehen üblicherweise aus einem porösen Absorberkern mit textiler Bespannung und werden über Seile oder Stangen befestigt.

Warum wirkt ein Deckensegel so gut?

Ein Deckensegel wirkt aus zwei Gründen überdurchschnittlich stark. Erstens ist es beidseitig wirksam: Da es frei im Raum hängt, trifft Schall sowohl auf die Unterseite als auch auf die Oberseite. Eine direkt auf die Decke geklebte Platte gleicher Größe nutzt dagegen nur eine Seite.

Zweitens verbessert der Abstand zur Rohdecke die Wirkung im tieferen Frequenzbereich. Ein Absorber entfaltet seine Wirkung dort, wo die Luftteilchen sich am stärksten bewegen. Direkt an einer harten Oberfläche ist diese Bewegung minimal, mit wachsendem Abstand nimmt sie zu. Ein abgehängtes Element erreicht deshalb mit derselben Materialstärke tiefere Frequenzen als ein direkt montiertes.

Aus beidem folgt eine praktische Faustregel der Planung: Bei gleichem Materialeinsatz bringt die Decke mehr als die Wand, und abgehängt bringt mehr als direkt montiert.

Wirkung eines abgehängten Deckensegels im Vergleich zur direkt montierten PlatteLinks ein frei abgehängtes Deckensegel, das Schall von unten und von oben aufnimmt. Rechts eine direkt an der Decke montierte Platte, die nur von unten wirkt.Abgehängtes DeckensegelRohdeckeOberseite wirktUnterseite wirktbeidseitig wirksamAbstand erreicht tiefere FrequenzenDirekt montierte PlatteRohdeckeOberseite ungenutzteinseitig wirksamgleiche Fläche, geringere WirkungAbb. 1 · Raumakustik Team
Abb. 1: Ein abgehängtes Deckensegel nutzt beide Seiten, eine direkt montierte Platte nur eine.

Wie weit muss ein Deckensegel abgehängt werden?

Übliche Abhänghöhen liegen zwischen 10 und 40 Zentimetern unter der Rohdecke. Je größer der Abstand, desto besser die Wirkung im tieferen Frequenzbereich. Begrenzt wird der Abstand durch die Raumhöhe, die Beleuchtung, die Sprinkleranlage und die Lüftungstechnik.

In der Praxis ist die Abhänghöhe deshalb selten eine rein akustische Entscheidung. In Räumen mit geringer Höhe wird der Abstand klein gehalten und stattdessen mehr Fläche belegt. In hohen Räumen, etwa in Gastronomie oder Industriehallen, lässt sich der Abstand großzügig nutzen.

Wie viele Deckensegel braucht ein Raum?

Die benötigte Anzahl ergibt sich nicht aus der Raumgröße allein, sondern aus dem Raumvolumen, der Nutzungsart und den bereits vorhandenen absorbierenden Flächen. Ein Raum mit Teppich, Vorhängen und Polstermöbeln benötigt weniger Zusatzfläche als derselbe Raum mit Estrich und Glasfronten.

Pauschale Prozentangaben führen deshalb regelmäßig in die Irre. Verlässlich ist die Berechnung über das Raumvolumen und die angestrebte Nachhallzeit. Erst daraus ergibt sich, wie viel absorbierende Fläche tatsächlich fehlt und wie sie auf Decke und Wand verteilt wird.

Ebenso wichtig wie die Menge ist die Verteilung. Mehrere kleinere Segel, gleichmäßig über die Fläche verteilt, wirken besser als eine einzelne große Fläche an einer Stelle, weil sie Reflexionen an mehreren Punkten des Raumes abfangen. Ausführungen und Formate zeigen die Deckenmodule.

Wo werden Deckensegel eingesetzt?

Deckensegel werden vor allem in Räumen eingesetzt, deren Decke aus gestalterischen oder technischen Gründen sichtbar bleiben soll. Dazu zählen Open-Space-Büros mit Sichtbetondecke, Besprechungsräume, Gastronomie, Praxen und Bildungseinrichtungen.

Gegenüber einer geschlossenen Akustikdecke haben sie zwei Vorteile: Sie lassen sich nachträglich montieren, ohne die bestehende Deckentechnik zu verändern, und sie belegen nur einen Teil der Fläche. Beleuchtung, Lüftung und Sprinkler bleiben zugänglich. Genügt die Deckenfläche nicht, werden sie mit Akustikbildern an der Wand oder mit Trennmodulen am Arbeitsplatz kombiniert.

Häufige Fragen zu Deckensegeln

Kann man Deckensegel nachträglich montieren?

Ja. Deckensegel werden über Seile oder Stangen an der Rohdecke befestigt und lassen sich in bestehenden Räumen ohne baulichen Eingriff nachrüsten. Zu prüfen sind lediglich die Befestigungspunkte und vorhandene Deckentechnik.

Lässt sich Beleuchtung in Deckensegel integrieren?

Ja, viele Systeme erlauben integrierte Leuchten oder eine Kombination aus Segel und separater Pendelleuchte. Die Planung sollte früh erfolgen, weil Leuchtenposition und Segelraster aufeinander abgestimmt werden müssen.

Was ist der Unterschied zwischen Deckensegel und Akustikdecke?

Ein Deckensegel ist ein einzelnes, frei abgehängtes Element und belegt nur einen Teil der Deckenfläche. Eine Akustikdecke verkleidet die Decke geschlossen und flächig. Deckensegel sind flexibler und nachrüstbar, Akustikdecken bieten bei gleicher Materialgüte mehr Gesamtfläche.

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