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Bauakustik

Zweischaliger Wandaufbau mit Daemmung im Rohbau als Beispiel fuer Bauakustik

Was ist Bauakustik?

Bauakustik ist das Fachgebiet, das sich mit der Übertragung von Schall zwischen Räumen und von außen in Gebäude befasst. Sie betrachtet Bauteile wie Wände, Decken, Böden, Türen und Fenster und bewertet, wie stark diese Schall zurückhalten. Ziel der Bauakustik ist der Schutz vor fremdem Schall. Sie unterscheidet sich damit von der Raumakustik, die den Klang innerhalb eines einzelnen Raumes gestaltet.

Vereinfacht gesagt: Bauakustik entscheidet, was von draußen hereinkommt. Raumakustik entscheidet, wie es klingt, wenn es drinnen ist.

Welche Bereiche umfasst die Bauakustik?

Die Bauakustik gliedert sich in drei Bereiche, die unterschiedliche Übertragungswege betrachten.

  1. Luftschallschutz: betrifft Schall, der sich über die Luft ausbreitet und ein Bauteil in Schwingung versetzt, etwa Sprache, Musik oder Fernsehton aus dem Nachbarraum.
  2. Trittschallschutz: betrifft Schall, der direkt im Bauteil entsteht, etwa durch Schritte, verrückte Stühle oder Maschinen. Er breitet sich als Körperschall aus und wird erst an anderer Stelle wieder als Luftschall hörbar.
  3. Schutz gegen Außenlärm: betrifft Verkehrs-, Gewerbe- und Fluglärm und richtet sich vor allem an Fassade, Fenster und Dach.

Die Trennung ist praktisch bedeutsam, weil die Gegenmaßnahmen sich unterscheiden. Gegen Luftschall helfen Masse und Dichtheit, gegen Trittschall vor allem Entkopplung, etwa über schwimmenden Estrich oder elastische Lagerungen.

Übertragungswege in der BauakustikQuerschnitt durch zwei übereinanderliegende und zwei nebeneinanderliegende Räume. Dargestellt sind Luftschall durch die Trennwand, Trittschall über die Decke und Flankenübertragung über angrenzende durchlaufende Bauteile.QuelleLuftschalldurch die TrennwandTrittschallüber die Decke nach untenFlankenübertragungan der Trennwand vorbeiAbb. 1 · Raumakustik Team
Abb. 1: Luftschall, Trittschall und Flankenübertragung als Wege der Schallübertragung.

Welche Normen gelten für die Bauakustik?

Maßgeblich ist in Deutschland die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“. Sie legt Mindestanforderungen fest, etwa zwischen Wohnungen, gegenüber Treppenhäusern und gegenüber Außenlärm. Diese Werte sind bauordnungsrechtlich verbindlich.

Wichtig ist die Einordnung dieser Werte: Es handelt sich um Mindestanforderungen zum Schutz vor unzumutbaren Belästigungen, nicht um ein Komfortniveau. Wer höheren Schallschutz erwartet, muss ihn ausdrücklich vereinbaren, üblicherweise unter Bezug auf erhöhte Anforderungen.

Die Raumakustik ist demgegenüber in der DIN 18041 geregelt. Beide Normen stehen nebeneinander und decken unterschiedliche Fragestellungen ab. Ein Gebäude kann die DIN 4109 vollständig einhalten und trotzdem Räume besitzen, in denen niemand ein Gespräch führen kann.

Warum wird Bauakustik mit Raumakustik verwechselt?

Beide Gebiete tragen den Begriff Akustik und beide beschäftigen sich mit unerwünschtem Schall. Im Alltag lautet die Beschwerde meist schlicht, es sei zu laut, ohne dass zwischen fremdem und eigenem Schall unterschieden wird.

Die Folge sind Fehlinvestitionen in beide Richtungen. Wer gegen Gespräche aus dem Nachbarbüro Absorber im eigenen Raum montiert, wird keinen Erfolg haben. Wer umgekehrt gegen den Hall im eigenen Besprechungsraum die Wände verstärkt, ebenso wenig.

Eine einzige Frage trennt die Fälle zuverlässig: Stört der Schall, der von woanders kommt, oder der, der im Raum entsteht und bleibt? Im zweiten Fall führen raumakustische Maßnahmen zum Ziel. Das Raumakustik Team bearbeitet ausschließlich diesen Bereich, bauakustische Nachweise und Konstruktionen gehören zu Planern und Bauunternehmen.

Häufige Fragen zur Bauakustik

Was ist der Unterschied zwischen Bauakustik und Schallschutz?

Schallschutz ist das Ziel, Bauakustik das Fachgebiet, das es untersucht und rechnerisch nachweist. Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet.

Was ist Körperschall?

Körperschall ist Schall, der sich in festen Bauteilen ausbreitet, etwa in Wänden und Decken. Er entsteht durch direkte mechanische Anregung wie Schritte und wird an anderer Stelle wieder als hörbarer Luftschall abgestrahlt.

Kann man Bauakustik nachträglich verbessern?

Ja, allerdings mit deutlich höherem Aufwand als bei raumakustischen Maßnahmen. Üblich sind Vorsatzschalen, der Austausch von Türen und Fenstern sowie das Abdichten von Fugen und Durchdringungen.

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