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Akustikdiffusor

Hoelzerner Akustikdiffusor mit unterschiedlich tiefen Kammern an einer Wand

Was ist ein Akustikdiffusor?

Ein Akustikdiffusor ist ein Bauteil, das auftreffenden Schall gleichmäßig in viele Richtungen streut, statt ihn zu absorbieren oder gerichtet zu reflektieren. Er entzieht dem Raum keine Schallenergie, sondern verteilt sie räumlich und zeitlich. Diffusoren werden eingesetzt, um störende Einzelreflexionen aufzulösen, ohne den Raum akustisch zu dämpfen.

Der Unterschied zum Schallabsorber ist grundlegend: Der Absorber nimmt Energie weg, der Diffusor verteilt sie.

Wie funktioniert ein Diffusor?

Ein Diffusor funktioniert über eine strukturierte Oberfläche mit unterschiedlich tiefen Kammern oder Erhebungen. Trifft Schall darauf, legen die einzelnen Anteile unterschiedlich lange Wege zurück und werden dadurch zeitversetzt zurückgeworfen. Statt einer klaren, gerichteten Reflexion entsteht ein diffuses Streufeld.

Die Tiefe der Kammern bestimmt, ab welcher Frequenz die Streuung wirkt. Je tiefer die Struktur, desto tiefere Frequenzen werden erfasst. Eine flache Struktur mit wenigen Zentimetern streut nur hohe Frequenzen.

Verbreitet sind mathematisch berechnete Strukturen, deren Kammertiefen einer zahlentheoretischen Folge folgen. Sie erzeugen eine besonders gleichmäßige Streuung über einen breiten Winkelbereich. Daneben gibt es geometrische Diffusoren aus dreidimensionalen Formen, die dasselbe Ziel weniger präzise, aber gestalterisch freier erreichen.

Reflexion an glatter Wand, Absorption und Diffusion im VergleichDrei Schemata nebeneinander: An der glatten Wand wird der Schall gerichtet zurückgeworfen. Am Absorber wird er aufgenommen und kaum zurückgeworfen. Am Diffusor wird er in viele Richtungen gestreut.Glatte Wandgerichtete ReflexionEnergie bleibt, Richtung klarAbsorbernimmt Energie aufEnergie wird zu WärmeDiffusorstreut in viele RichtungenEnergie bleibt, Richtung diffusAbb. 1 · Raumakustik Team
Abb. 1: Reflexion, Absorption und Diffusion im direkten Vergleich.

Wann Diffusor, wann Absorber?

Die Entscheidung hängt davon ab, ob dem Raum Energie entzogen werden soll oder nur deren Richtung stört.

  • Absorber, wenn der Raum insgesamt zu laut ist, die Nachhallzeit zu lang und Sprache unverständlich. Das ist der Regelfall in BĂĽros, Praxen und Gastronomie.
  • Diffusor, wenn einzelne störende Reflexionen auftreten, etwa ein Flatterecho zwischen parallelen Wänden, der Raum aber nicht weiter gedämpft werden soll.

In der Objektpraxis überwiegt der Absorber deutlich. Diffusoren sind vor allem dort sinnvoll, wo Lebendigkeit erhalten bleiben soll, etwa in Musikräumen, Aufnahmeräumen und größeren Veranstaltungsräumen. In einem Großraumbüro dagegen löst ein Diffusor das eigentliche Problem nicht, denn dort ist die Energie selbst zu hoch.

Was ist ein Flatterecho?

Ein Flatterecho ist eine schnelle Folge gleichartiger Reflexionen zwischen zwei parallelen, schallharten Flächen. Es entsteht, wenn Schall wiederholt zwischen denselben Oberflächen hin und her geworfen wird, und ist als metallisch klingendes Nachschwingen hörbar, etwa nach einem Händeklatschen in einem leeren Flur.

Flatterechos lassen sich auf zwei Wegen beseitigen: durch Absorption auf einer der beiden Flächen oder durch Diffusion, die den geordneten Weg zwischen den Flächen auflöst. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob der Raum zusätzlich gedämpft werden soll. Eine Bestandsaufnahme vor Ort klärt das zuverlässiger als jede Ferndiagnose.

Häufige Fragen zu Akustikdiffusoren

Verringert ein Diffusor die Nachhallzeit?

Nur geringfügig. Da ein Diffusor Schallenergie streut statt aufnimmt, bleibt die Energie im Raum. Wer die Nachhallzeit senken will, braucht Absorptionsfläche.

Braucht ein normales BĂĽro einen Diffusor?

In der Regel nicht. Das typische BĂĽroproblem ist ein zu hoher Grundpegel bei zu langer Nachhallzeit, und dagegen wirken Absorber. Diffusoren kommen dort nur bei einzelnen, klar lokalisierbaren Reflexionsproblemen infrage.

Wie tief muss ein Diffusor sein?

Die Kammertiefe bestimmt die tiefste wirksame Frequenz. FĂĽr den Sprachbereich sind mehrere Zentimeter erforderlich, fĂĽr tiefe Frequenzen entsprechend mehr. Sehr flache Strukturen wirken nur bei hohen Frequenzen.

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