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Tiefenabsorber

Dreieckiger Tiefenabsorber in der oberen Raumecke montiert

Was ist ein Tiefenabsorber?

Ein Tiefenabsorber ist ein Absorber, der gezielt auf tiefe Frequenzen wirkt. Er wird eingesetzt, wenn ein Raum trotz vorhandener Akustikmaßnahmen dumpf, dröhnend oder unausgewogen klingt. Tiefenabsorber unterscheiden sich von gewöhnlichen porösen Absorbern durch deutlich größere Materialtiefe, größeren Wandabstand oder ein zusätzliches Resonanzprinzip. Gebräuchlich ist auch die Bezeichnung Bassabsorber oder Bassfalle.

Warum sind tiefe Frequenzen so schwer zu bedämpfen?

Tiefe Frequenzen sind schwer zu bedämpfen, weil ihre Wellenlängen sehr groß sind. Ein Ton von 100 Hertz hat eine Wellenlänge von etwa 3,4 Metern, ein Ton von 4.000 Hertz nur rund 8,5 Zentimeter.

Ein poröser Absorber arbeitet dort am besten, wo die Luftteilchen sich stark bewegen. Dieser Bereich liegt bei etwa einem Viertel der Wellenlänge vor einer reflektierenden Fläche. Bei hohen Frequenzen sind das wenige Zentimeter, ein dünnes Paneel genügt. Bei 100 Hertz läge dieser Punkt dagegen rund 85 Zentimeter vor der Wand.

Daraus folgt die zentrale Einsicht: Gegen tiefe Frequenzen hilft weder mehr Fläche noch dichteres Material, sondern nur mehr Tiefe oder ein anderes Wirkprinzip. Zehn zusätzliche dünne Paneele an der Wand ändern am Dröhnen nichts.

Wirksamer Bereich poröser Absorber bei hohen und tiefen FrequenzenVergleich zweier Wandsituationen. Bei hoher Frequenz liegt der Bereich größter Luftbewegung wenige Zentimeter vor der Wand, ein dünner Absorber genügt. Bei tiefer Frequenz liegt er weit vor der Wand, weshalb ein dünner Absorber dort kaum wirkt.Hohe Frequenzλ/4Bereich größter Luftbewegung liegtnah an der Wand, dünner Absorber genügtTiefe Frequenzλ/4kaum WirkungBereich liegt weit vor der Wand, dünnerAbsorber sitzt in der TotzoneAbb. 1 · Raumakustik Team
Abb. 1: Warum dünne Absorber bei tiefen Frequenzen wirkungslos bleiben.

Welche Bauformen von Tiefenabsorbern gibt es?

In der Praxis werden drei Bauformen unterschieden.

  1. Poröse Tiefenabsorber arbeiten mit demselben Prinzip wie gewöhnliche Absorber, jedoch mit sehr großer Materialstärke oder erheblichem Wandabstand. Sie wirken breitbandig, brauchen aber viel Platz.
  2. Plattenschwinger nutzen eine biegeweiche Platte vor einem geschlossenen Luftraum. Die Platte gerät in Schwingung und entzieht dem Schall Energie. Sie wirken in einem begrenzten Frequenzbereich und bauen flacher.
  3. Helmholtz-Resonatoren nutzen einen Hohlraum mit definierter Öffnung und wirken sehr gezielt in einem schmalen Bereich. Sie eignen sich, wenn eine bestimmte Störfrequenz bekannt ist.

Häufig werden Bauformen kombiniert: ein breitbandig wirkender poröser Aufbau als Grundlage, ergänzt um ein Resonanzelement für eine konkrete Problemfrequenz.

Wo werden Tiefenabsorber platziert?

Tiefenabsorber werden bevorzugt in Raumecken platziert, besonders dort, wo drei Flächen zusammentreffen. In diesen Bereichen erreicht der Schalldruck tiefer Frequenzen sein Maximum, weshalb ein Absorber dort am meisten Energie aufnehmen kann.

Im typischen Büroumfeld sind Tiefenabsorber allerdings selten der erste Schritt. Das dominierende Problem ist dort der Sprachbereich, und der wird zuverlässig über Fläche an Decke und Wand gelöst, siehe Deckenmodule und Wandmodule. Tiefenabsorber kommen ins Spiel, wenn nach diesen Maßnahmen ein dumpfer Rest bleibt oder wenn Technik, Musik oder Maschinen tieffrequente Anteile erzeugen. Sonderlösungen dafür zeigen die Sondermodule.

Häufige Fragen zu Tiefenabsorbern

Was ist der Unterschied zwischen Bassfalle und Tiefenabsorber?

Die Begriffe meinen dasselbe. Bassfalle ist die im Musik- und Studiobereich übliche Bezeichnung, Tiefenabsorber die im bauakustischen und objektbezogenen Sprachgebrauch.

Wie dick muss ein Tiefenabsorber sein?

Bei rein porösen Aufbauten sind je nach Zielfrequenz mehrere Dezimeter Materialstärke oder Wandabstand nötig. Resonanzabsorber bauen flacher, wirken dafür aber nur in einem eng begrenzten Frequenzbereich.

Braucht ein normales Büro Tiefenabsorber?

In der Regel nicht. Störungen im Büro liegen überwiegend im Sprachbereich. Tiefenabsorber sind dann sinnvoll, wenn tieffrequente Quellen wie Technik oder Musik vorhanden sind oder nach Standardmaßnahmen ein dumpfer Klangeindruck bleibt.

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