Schallabsorber
Was ist ein Schallabsorber?
Ein Schallabsorber ist ein Bauteil, das auftreffende Schallenergie aufnimmt und in Wärme umwandelt, statt sie in den Raum zurückzuwerfen. Er verringert dadurch die Zahl der Reflexionen und verkürzt die Nachhallzeit. Schallabsorber wirken innerhalb eines Raumes und verbessern dessen Klang. Sie verhindern nicht, dass Schall in Nachbarräume gelangt, denn das ist Aufgabe der Schalldämmung.
In der Praxis begegnet der Schallabsorber selten als sichtbares Fachprodukt. Er steckt in Deckensegeln, Wandpaneelen, Akustikbildern, Trennwänden und Möbeln, deren Oberfläche und Aufbau gezielt darauf ausgelegt sind, Schall zu schlucken.
Wie funktioniert ein Schallabsorber?
Ein Schallabsorber funktioniert, indem er die Bewegungsenergie der Luftteilchen in Reibungswärme umwandelt. Trifft eine Schallwelle auf eine harte, glatte Fläche, wird sie fast vollständig reflektiert. Trifft sie dagegen auf ein poröses, offenzelliges Material, dringt sie in dessen Hohlraumstruktur ein. Dort reiben die schwingenden Luftteilchen an den Fasern oder Porenwänden, verlieren Energie und geben sie als minimale Wärmemenge ab.
Entscheidend ist dabei nicht die Härte oder das Gewicht des Materials, sondern seine Durchlässigkeit. Eine massive Betonwand reflektiert Schall nahezu vollständig, obwohl sie schwer ist. Ein wenige Zentimeter dickes Vlies absorbiert ihn, obwohl es kaum Masse besitzt. Genau diese Unterscheidung erklärt, warum schwere Bauteile die Raumakustik nicht automatisch verbessern.
Welche Arten von Schallabsorbern gibt es?
Es gibt drei Grundtypen von Schallabsorbern, die sich in ihrem Wirkprinzip und ihrem Frequenzbereich unterscheiden.
- Poröse Absorber bestehen aus offenzelligen Materialien wie Mineralwolle, Polyesterfaser, Schaumstoff oder Filz. Sie wirken vor allem bei mittleren und hohen Frequenzen und decken damit den Bereich der menschlichen Sprache ab. Der größte Teil aller im Büro eingesetzten Absorber gehört zu dieser Gruppe.
- Plattenschwinger arbeiten mit einer biegeweichen Platte vor einem Luftraum. Die Platte wird durch den Schall in Schwingung versetzt und entzieht ihm dabei Energie. Plattenschwinger wirken im tiefen bis mittleren Frequenzbereich.
- Helmholtz-Resonatoren nutzen einen Hohlraum mit definierter Öffnung, etwa hinter einer perforierten oder geschlitzten Platte. Die Luft im Hals der Öffnung schwingt und wandelt Energie um. Sie wirken sehr gezielt in einem schmalen Frequenzbereich.
In der Objektpraxis werden diese Typen kombiniert. Poröse Absorber decken die Sprachfrequenzen ab, während Resonanzabsorber gezielt dort ergänzt werden, wo tiefe Frequenzen stören.
Woran erkennt man einen guten Schallabsorber?
Die Qualität eines Schallabsorbers wird über den Schallabsorptionsgrad beschrieben. Dieser Wert gibt an, welcher Anteil der auftreffenden Schallenergie aufgenommen wird. Er liegt zwischen 0 und 1: Der Wert 0 steht für vollständige Reflexion, der Wert 1 für vollständige Absorption.
Für die Praxis werden Absorber in fünf Klassen von A bis E eingeteilt. Klasse A bezeichnet die höchste Absorptionswirkung, Klasse E die geringste. Ein Produkt der Klasse A nimmt nahezu die gesamte auftreffende Schallenergie auf.
Zwei Faktoren werden dabei regelmäßig unterschätzt. Erstens die Materialdicke: Je tiefer die Frequenz, desto dicker muss der Absorber sein, um zu wirken. Zweitens der Wandabstand: Ein Absorber, der mit Abstand vor der Wand montiert wird, absorbiert tiefere Frequenzen als derselbe Absorber direkt auf der Wand. Deshalb wirken frei abgehängte Deckensegel besonders effizient, denn sie nehmen Schall von beiden Seiten auf.
Wo werden Schallabsorber eingesetzt?
Schallabsorber werden überall dort eingesetzt, wo viele Menschen gleichzeitig sprechen oder wo harte Oberflächen den Schall im Raum halten. In der Objektpraxis sind das vor allem Open-Space-Büros, Besprechungsräume, Praxen und Wartebereiche, Gastronomie sowie Bildungseinrichtungen.
Die Platzierung folgt dabei einer klaren Rangfolge. Zuerst wird die Decke belegt, weil sie meist die größte unverstellte Fläche darstellt. Reicht das nicht aus, kommen Wandabsorber hinzu, die Reflexionen zwischen gegenüberliegenden Wänden dämpfen. Wo Gespräche direkt zwischen Arbeitsplätzen stören, wirken Trennmodule unmittelbar an der Quelle. Sind Decke und Wand baulich nicht nutzbar, übernehmen freistehende Sondermodule wie Säulen oder Stellwände diese Aufgabe.
Wie viel absorbierende Fläche ein Raum benötigt, ergibt sich aus seinem Volumen und seiner Nutzung. Diese Berechnung steht vor jeder Produktauswahl, denn ein zu klein dimensionierter Absorber verändert die Raumakustik kaum spürbar.
Häufige Fragen zu Schallabsorbern
Was ist der Unterschied zwischen Schallabsorber und Schalldämmung?
Ein Schallabsorber verbessert den Klang innerhalb eines Raumes, indem er Reflexionen abbaut. Schalldämmung verhindert dagegen, dass Schall von einem Raum in einen anderen übertragen wird. Ein Absorber macht eine Wand nicht schalldichter.
Wie dick muss ein Schallabsorber sein?
Die erforderliche Dicke hängt vom Frequenzbereich ab. Für Sprachfrequenzen genügen in der Regel wenige Zentimeter, für tiefe Frequenzen sind deutlich größere Materialstärken oder ein Wandabstand nötig.
Wirken Möbel und Pflanzen als Schallabsorber?
Polstermöbel, Teppiche und Vorhänge absorbieren Schall in geringem Umfang, überwiegend im hohen Frequenzbereich. Pflanzen tragen akustisch nur minimal bei. Beide ersetzen geplante Absorberflächen nicht, sondern ergänzen sie.
